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Die Seele der Legion Mariens

Pater Bede McGregor OP, Geistlicher Leiter des Conciliums

Manchmal fragen mich Priester und Laien, die nicht in der Legion sind, ob ich ihnen in kurzen Worten sagen kann, was die Legion Mariens eigentlich ist. Die Antwort ist nicht leicht, weil die Legion wie ein vielseitig geschliffener Diamant ist, der, wie immer man ihn betrachtet, strahlt.

Aber im Normalfall erkläre ich ihnen die "Regelmäßige Unterweisung", die bei jedem ersten Treffen eines Monats vom Präsidenten nach der Unterzeichnung des Protokolls verlesen wird. Ist mein Zuhörer in Eile und wünscht, dass ich mich kurz halte, beschränke ich mich auf den dritten Punkt der Unterweisung:

"Die Durchführung einer wesentlichen aktiven Legionsarbeit im Geist des Glaubens und in solcher Vereinigung mit Maria, dass sie, die Mutter Jesu, Christus den Herrn selbst in den Mitlegionären und in denen, für die man arbeitet, auf neue sieht und ihm dient" (Handbuch Seite 141).

Natürlich sind alle vier Punkte der Regelmäßigen Unterweisung unerlässlich für das Überleben und Gedeihen der Legion, aber ich glaube, der dritte Punkt zeigt die Motive und die Seele des Legionssystems auf. Es ist ein Meisterstück der pastoralen Weisheit, dass uns das Handbuch die Regelmäßige Unterweisung bei jedem ersten Treffen des Monats vorschreibt. Wir müssen alle zu einem tieferen Verständnis der Unterweisung kommen und uns ehrlich fragen, wie wir sie in der Praxis beachten.

Vor allem müssen wir eine wesentliche aktive Legionsarbeit leisten. Eine bedeutende Charakteristik der Weihe der Legion - die wahre Verehrung Marias, der Gottesmutter, und die liebevolle Freundschaft mit ihr - ist, dass wir nicht nur über sie reden, sondern mit ihr und für sie arbeiten. Noch so viele Gebete und geistliche Übungen können diese apostolische Arbeit nicht ersetzen, weil die Legion eben nicht nur eine kontemplative Gruppe von Laien ist, sondern eine fundamentale Mannschaft von apostolischen Arbeitern unter dem Banner Marias. Legionäre, die aus wichtigen Gründen keine aktive Legionsarbeit mehr leisten können, werden ermutigt, Hilfslegionäre zu werden. Sie bleiben wertvolle Mitglieder der Legion und können jederzeit wieder aktive Mitglieder werden, wenn die Umstände sich geändert haben. Aber diese wesentliche Legionsarbeit ist entscheidend für den ganzen Geist der Legion.
Klarerweise muss diese apostolische Arbeit im Geist des Glaubens ausgeführt werden. Wir haben ja mit der Rettung der Seelen zu tun. Gibt es eine wichtigere Aufgabe?

Diese Art von Arbeit kann nur in völligem Vertrauen auf Gott und seine Mutter erfolgen.
Es gibt keinen besseren Weg, unser kurzes Leben auf der Erde zu verbringen, als für die Rettung der Seelen zu arbeiten. Andere arbeiten fleißig und verdienstvoll auf eher sozialem oder wirtschaftlichem Gebiet. Sie bemühen sich um die materiellen und kulturellen Nöte der weniger Begünstigten und das weist auf ihre spirituellen Bedürfnisse und auf ihr geistiges Schicksal hin. Die Legion aber gibt sich in erster Linie - und mit Entschlossenheit - mit der ewigen Rettung der Seelen, also den geistigen Nöten von Männern und Frauen von heute, ab.

Als Bürger und Mitglieder der menschlichen und christlichen Gemeinschaft leisten Legionäre auch nichtspirituelle Werke der Barmherzigkeit, aber als Legionäre richten sie bestimmt und unverzüglich ihr Augenmerk auf Werke der spirituellen Barmherzigkeit.

Ganz wichtig ist schließlich, dass diese Arbeit in Einheit mit Maria durchgeführt wird. Ich sage ganz wichtig, weil sich der Leitgedanke, die Energie und die Freude des Legionsapostolates von dieser Einheit mit Maria ableiten. Alles was wir machen, geschieht in Einheit mit Maria, in Maria und für Maria. Diese wahre Verehrung und Weihe an Maria führt uns unweigerlich zu Jesus. Im Mittelpunkt des Herzens Marias finden wir Jesus. Wenn Sie Maria finden, finden Sie Jesus und beginnen, unseren Herrn in allen Menschen zu finden, denen Sie begegnen und dienen. So wird uns ein Leben in Einheit mit Maria dazu führen, in unseren Mitmenschen und allen, zu denen wir persönliche Kontakte halten, Jesus zu sehen und ihm in ihnen zu dienen. Maria wird unseren Herrn in unserem Nächsten in und durch unsere Herzen und durch unser Leben lieben.
Weil unsere wesentliche aktive Legionsarbeit in Einheit mit und für Maria geleistet wird, müssen wir unser Bestes geben und Maria darbringen. Wir müssen uns auf allen Ebenen der Legion immer wieder fragen, ob wir wirklich unser Bestes geben oder ob die Arbeit zur Routine geworden ist. Und wir müssen uns fragen, ob unser Bemühen, an der Rettung der Seelen teilzuhaben, von der Liebe zu Maria getragen ist. Die Arbeit muss vom Präsidium zugeteilt werden und darf nicht vom Vergnügen oder von den Vorlieben des einzelnen Legionärs bestimmt werden. Die Arbeit muss selbstlose Teilhabe am Laienapostolat sein.

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