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100 Jahre Legion Mariens  –  Predigt  von Bischof Dr. Peter Kohlgraf

100 Jahre Legion Mariens – das sind 100 Jahre glaubende Menschen, die ihr Leben für Christus eingesetzt haben. „Ein Leben für Christus“ – so lautet auch der Titel einer Biographie über Frank Duff, den Gründer der Legio. Ein Leben für Christus – in großer Liebe zu Maria, der Mutter Jesu. Und dazu passt das heutige Evangelium wirklich gut. Denn Duff und vielen, die seinem Beispiel gefolgt sind war klar, dass Nachfolge Jesu auch Kreuzweg bedeuten wird. Und Jesus sagt seinen Jüngern geradezu kompromisslos: Los hinter mich! Darum geht es.

Bischof Dr. Peter Kohlgraf

Und wir können fragen: „Sind wir hinter Jesus her?“ Hinter irgendetwas ist jeder Mensch her: Ziele, Personen, Träume, Wünsche. Jeder Mensch läuft irgendeinem hinterher. Könnten Sie benennen, was ihre Vorbilder oder ihre Ziele sind? Was gibt ihrem Denken und Handeln die Richtung vor?
Franz Kamphaus, der frühere Bischof von Limburg, hat das in einer Predigt einmal so formuliert. Wir sind hinter allen möglichen Dingen her. Und haben wir das ersehnte Stück, steht es da und schließlich müssen wir es abstauben. Immer neue Ziele und am Ende merken wir, dass das Erreichte auch nicht das letzte Glück schenkt. Jedenfalls, das kann man sicher sagen: Unsere Gesellschaft ist nicht hinter Jesus her. 20 Jahre ist diese Predigt von Kamphaus alt. Damals hat er folgendes festgestellt: An die Stelle des Glaubens, an den menschenfreundlichen Gott ist längst die gnadenlose Religion des Marktes getreten. Wir sind arm an Gütern, die nicht zu kaufen sind. Der Kommerz diktiert alle Lebensbereiche. Geld zählt mehr als Glaubensüberzeugungen, die Ellenbogen werden wichtiger als das Herz.

Viele haben ihre Seele an das Geld, an den Erfolg, an die Karriere verkauft. Ihnen läuft man hinterher. Und als Folge: das soziale Klima wird frostiger und mancher erfriert. Kamphaus vergleicht dann unsere Gesellschaft mit einem Wanderverein: drei Gruppen gibt es: vorne die Schnellen und Starken: gesund, fit und clever. Das Mittelfeld: sie wollen den Anschluss nicht verlieren. Und dann die hinten, die nicht mehr mitkommen. Und tatsächlich ist es so: die Letzten beißen die Hunde. So geht das, wenn wir allem möglichen hinterherjagen, aber nicht hinter Jesus sind. Zu welcher Gruppe gehören wir denn? Ich? Auch Christen dürfen erfolgreich sein, aber sie schauen immer wieder zurück auf die Menschen, die nicht mehr mitkommen. Wer als Christ Erfolg hat, trägt Verantwortung für andere. Und wer nur langsam mitkommt, schaut nicht nur auf sich selbst. Auch Armut kann egoistisch und verbittert machen. „Einer trage des anderen Last“, das ist das Lebensmotto derer, die hinter Jesus her sind. Das war von Anfang an auch das Leitmotiv der Legio. Maria als Mutter der Barmherzigkeit, sie gab den Menschen Mut, selbst barmherzig zu sein und zu den Kranken und Schwachen zu gehen.

Warum sollte ich hinter Jesus hergehen? Denn oft ist unser Jesus so nichtssagend. Wir haben uns oft einen Jesus zurecht gemacht, der lieb ist, der in unser Leben passt, der aber nichts mehr verändert. Wenn die, zugegeben etwas negative Gesellschaftsanalyse von Kamphaus, natürlich gibt es auch positive Entwicklungen; wenn diese Gesellschaftsanalyse von Kamphaus auch heute noch gilt, dann schulden wir der Welt ein klares Zeugnis, was denn Jesus unserer Gesellschaft und jedem einzelnen zu sagen hat.

Was sich verändern müsste, damit Menschen nicht allem möglichen hinterherjagen und damit sich und andere zerstören. Jesus kommt quer, er passt nicht in unser Leben in unsere Zeit. Auch die Rede vom Kreuz hören wir nicht gern. Aber Jesus in unsere Zeit zu bringen – nichts anderes ist Evangelisation, der sich auch die Legion Mariens als eine Gruppe in der katholischen Vielfalt verschrieben hat.
Schwestern und Brüder, ich frage mich schon selbst, warum versuche ich hinter Jesus herzulaufen? Ich finde auch im heutigen Evangelium Antworten, die mich überzeugen. Weil dieser Jesus für mich alles getan hat, bis zum Letzten. Er hat den Menschen gedient, hat sich klein gemacht, er ist für die Wahrheit Gottes eingestanden bis zum Letzten. Er ist nicht weggelaufen, auch vor dem Kreuz nicht. Er hat sich selbst buchstäblich für andere hingegeben. Damit zeigt Jesus, was er einmal so formuliert hat: Wer sein Leben um jeden Preis retten will, wird es verlieren. Wer es verliert, ist wie ein Weizenkorn, das sich hingibt und damit Leben schenkt.

Wenn ich hinter Jesus her bin, lerne ich, dass der Sinn meines Lebens darin besteht, für andere und mit anderen zu sein.

Der gekreuzigte Jesus zeigt mir, dass ich geliebt und wertvoll bin, nicht nur wenn ich stark, gesund und erfolgreich bin.

Der Gekreuzigte stellt somit unsere normale Werteordnung auf den Kopf. Wer gibt denn in unserer Gesellschaft das Tempo an, sicher nicht die Kranken, Alten und Armen. Sie prägen nicht das Bild des Menschen, aber sie machen einen Großteil unserer Gesellschaft aus und jeder von ihnen ist ein großer Reichtum.

Und wenn ich Jesus folge, kann ich diese Menschen nicht mehr ignorieren. Und ich weiß um meinen Wert und meine Würde, sollte ich einmal schwach und krank sein. Warum sollte ich Jesus folgen? Weil auch heute das Herz wichtiger ist als die Ellenbogen. Nicht der findet sein Glück, der sich durchsetzt um jeden Preis. Auch dafür steht der Gekreuzigte, der leidende Christus, dem ich folgen möchte. Mein Wert besteht nicht in meiner Stärke, die ich nutze, um mich nach vorne zu bringen.

Hinter wem oder hinter was bin ich her? Das heutige Evangelium lädt ein, sich darüber einmal Rechenschaft zu geben. Irgendjemand oder irgendwas bestimmt meine Richtung.

Es wird sich vieles zum Guten verändern, wenn ich, wenn wir, wieder beginnen, dem kreuztragenden Christus zu folgen. Ja, wir dürfen mit den Augen Marias den Menschen begegnen, als seien sie Christus selbst: mit Liebe und Barmherzigkeit. Und so lassen sie uns heute neu rufen: Christus möge uns vorangehen und Maria möge uns mit ihrer Fürbitte begleiten. Amen.

Nach einem Videomitschnitt von Isabel Pereira

Die Legion Mariens – Evangelisation der Welt

Die Legion Mariens ist eine internationale katholische Laienbewegung, die am 7. September 1921 von mehreren Katholiken unter Leitung von Frank Duff in Dublin (Irland) gegründet wurde.
Seit nun etwa 90 Jahren sind engagierte Katholiken der Einladung Jesu gefolgt und haben das Evangelium den Menschen verkündet (vgl. Mk 16,15).
So sind wir heute weltweit vertreten und haben in über 170 Ländern über

  • 3 Millionen aktive und über
  • 10 Millionen betende Mitglieder.

Werden auch Sie Teil an der Sendung der Kirche und helfen Sie mit, die Frohe Botschaft in die Welt zu tragen! Auch für das nächste Jahrzehnt ist dies unser Ziel, das mit Ihrer Hilfe schneller gelingen wird: Kommen Sie einfach zu einem unserer Treffen in Ihrer Umgebung.

Wir verstehen uns als Katholiken, die ihre Berufung als Sauerteig in der Gesellschaft gemeinschaftlich und in Gruppenarbeit lokal wie überregional durch regelmäßiges Gebet und wöchentliches umsetzen.

So halten wir uns treu an die Lehren des Apostolischen Stuhls in Rom durch Loyalität zum Papst.

Als aktive Katholiken verstehen wir die Bibel als authentische Quelle und Inspiration unseres Wirkens und ergänzen unser Glaubenswissen durch das Studium des Katechismus der katholischen Kirche.

Durch unsere marianisch geprägte Spiritualität wollen wir den Menschen einen Weg zu und mit Jesus Christus aufzeigen, der einfach, aufrichtig und familiär ist.

Denn Jesus ist nicht nur unser Herr und Gott. Er will auch unser Bruder und Freund sein.

Durch ihn und mit Hilfe der Gläubigen soll der Wille des himmlischen Vaters erfüllt werden.

Alle Menschen sollen im Glauben eins sein und erkennen, dass sie eine unsterbliche und unendlich geliebte Seele haben, die für das ewige Heil im Himmel bestimmt ist.

Quelle: www.vatican.va

Die Päpste

haben das Wirken der Legion Mariens immer wieder lobend gewürdigt.

Auch Papst Benedikt XVI. sieht sich in dieser Tradition als Förderer und Befürworter unserer Spiritualität und hat dies 2009 in einem Brief an Tommy McCabe (damaliger Präsident des Conciliums in Dublin) bekräftigt.

Wegbereiter weltweiter Ausbreitung >

  • Frank Duff
  • Edel Quinn
  • Alfons Lambe
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